Archiv für: Januar 2005

27.01.05

Permalink 23:22:11, Kategorien: Unterwegs, 690 Wörter   German (DE)

Die Westküste zwischen LA und San Francisco...

17.12.2004 vormittags bei Sonnenschein und zwanzig Grad machen wir uns auf den Weg nach norden um in San Francisco mal wieder im besten mexikanischem Restaurant der Welt zu Abend zu essen...Pancho Villa, im Mission District...Ecke sechzehnte und Valencia...ein Genuss... der Weg nach San Francisco führte diesmal die Küste hinauf ohne einmal den Ozean aus den Augen zu verlieren ...diese Küste zwischen LA und San Francisco war schon vor Ankunft der Spanier recht dicht besiedelt.
Über zehntausend Menschen lebten im Küstengebiet zwischen Point Sur und dem heutigen San Francisco. Die Spanier bezeichneten diese Menschen als „Costenos“. Die Indianer bevorzugten es “Oholones“ genannt zu werden.
Tätowierungen gab es bei den Oholones bei Frauen und Männern. Männer trugen Maßeinheiten an den Armen, zum zählen des damals üblichen Muschelgeldes.
Frauen trugen Kinntätowierungen bestehend aus Linien und Punkten. Eine untätowierte Frau wäre damals undenkbar gewesen, die Kinntätowierung zeigte Stammes und Familienherkunft. Zu dieser Zeit war die Tätowierung das Zeichen einer erwachsenen und heiratsfähigen Frau.

Küste nicht weit von Point Sur...Dez.2004

Es war wie immer eine große Freude und Ehre von Kenny Garcia, einem Chicanotätowierer der seit über zwanzig Jahren in der Bucht von San Francisco tätig ist, die Stadt gezeigt zu bekommen... nach einem üppigem Mal im eingangs erwähntem Lokal ging es rauf und runter in dieser doch sehr unamerikanischen Metropole, einer der Hochburgen des westlichen elektrischen Tätowierens, ein wirklicher Schmelztiegel verschiedenster Kulturen...


H.Gantenberg & K.Garcia Dez.2004

Leider blieb bei diesem Besuch in der Stadt keine Zeit Junii und Bill Salmon im Diamondclub aufzusuchen ... am vorweihnachtlichen Samstagabend verweilten Sie bei einer Feier des lokalen Motorradclubs ... zu viel Spaß für unsere müden Knochen ... die beiden haben seit kürze einen Laden nebst ihrem weltberühmten Appartementstudio eröffnet ...
Der einzigartige Diamondclub ist ein Muss für den reisenden Tätowierinteressierten !
Leider blieb uns nun keine Zeit mehr ein paar Tage länger in dieser wirklich faszinierenden Stadt zu verweilen ...


Hansen,Bill, Heiko, Kenny, Diamond Club Jan.2002

Sonntagmittag 19.12.2004 wir verabschieden uns nach nur achtzehn stunden von Kenny und seiner feisten Heimatkommune... auf dem Weg nach Norden zeigen wir noch wacker unserem
Tapferen Begleiter die Golden Gate Bridge... scheiße diese Eile !
Wir sind in „Fort Bragg“ etwa fünfhundert Kilometer nördlich im „Triangle Tattoo“ verabredet.
Die Betreiber dieses Ladens habe ich vor ziemlich genau zehn Jahren kennengelernt, beim Tattoos and Blues in Santa Rosa war das, sie fuhren einen Rosa Cadillac mit einem Cowboystiefel auf dem Dach montiert, die waren schon recht skurril und eigenartig ... ich hatte das Getriebe meines damaligen Gefährtes kurz und klein gefahren, war quasi in einem Ort gestrandet in dem dieser kleine aber feine Tätowierevent, Tattoos and Blues stattfand. Madame Chinchilla und Mr.G waren damals spontan total hilfsbereit und ließen mich in ihrem Stand beim Tattoos and Blues schuften ... die Kohle die ich seinerzeit an diesem Wochenende gemacht habe hat das Getriebe wieder repariert und die Reise konnte weitergehen ! Das war im Februar 1995 seitdem habe ich die beiden nicht gesehen ... ab und zu ein Telefonat, mal eine E- Mail ... vor allen Dingen war ich noch nie bei den beiden im Geschäft ! Wir waren sehr gespannt als wir am Montagnachmittag in das überaus beschauliche Hafenstädtchen Fort Bragg einrollen ...
Triangle Tattoo and Museum hat unsere kühnsten Erwartungen bei weitem übertroffen ! Dieser Laden hat es wirklich in sich ... gelegen mitten im Zentrum der paartausend Seelen Gemeinde an der nordkalifornischen Küste, im äußerst liberalen Mendocino County haben Madame Chinchilla und Mr.G in den vergangenen neunzehn Jahren ein wahres Juwel an Exponaten aus aller Welt zusammengetragen und teilen dies nun mit Besuchern in einem der schönsten Museen zum Thema tätowieren, daß ich in den letzten Jahren besucht habe.
Das Museum wird ergänzt von einigen Arbeitsräumen in denen Christopher Hayes , Amber, Chinchilla und Mr.G feine Tätowierungen der verschiedensten Stilrichtungen anfertigen.


Einer der vielen Arbeitsräume...


Mr.G in einer seiner heiligen Hallen...

Wissenswertes wohin das Auge schaut...

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20.01.05

Permalink 22:50:49, Kategorien: Unterwegs, 678 Wörter   German (DE)

Einreisehorror in dem Land der ehemals Freien...!!!

Eine lange Reise, die dann doch recht kurz war...

16 Dezember 2004, Donnerstagmorgen 3.30... es geht los, die langersehnte, ausgedehnte Reise zu den Ursprüngen meiner Tätowierarbeit und Stationen vergangener Besuche mit Tätowierern in den USA liegt nur noch wenige Stunden nach Westen...gut vorbereitet wie nie, bewaffnet mit Fachliteratur zu nativen amerikanischen Tätowierungen, einem Vertrag zur Nutzung für ein kleines Zuhause auf Rädern für ...so klein wie es der Vermietungsmarkt für Wintertaugliches Reisen hergab... fünfundfünfzig Tage und Nächte war die Mühle zunächst mal gecheckt...bei korrekter Auftragslage hätte man sicher auch ein Weilchen drangehängt...wir, E.Roth, H.Gantenberg und unser kleiner und tapferer Begleiter "Juvenka" machen uns auf den Weg um unser Leben diesen Winter in den USA zu verbringen...nach hektischen Stunden vor dem Abflug endlich Ankunft in Los Angeles...jetzt nur noch den Zoll davon überzeugen das die paar sterilen Nadeln doch nur zum rumzeigen gedacht sind und nicht wirklich zum Tätowieren...neeeiiin, man sei nicht zum Arbeiten hier.... nur mal so gucken, nen paar Freunde besuchen und ganz vielleicht mal ein von denen Tätowieren, aber im großen und ganzen sei man doch nicht zum Arbeiten da...die Holzmeißel ?! Tja, die braucht die Frau Roth hier neben mir...wissen Sie wenn da mal so Holz rumliegt... zu diesem mir bekannten Blues sollte es diesmal nicht kommen... wie schön doch dieser Blues war... die Fotomappen oben in den Koffer die Zöllner frech anlächeln, ein wenig über Tätowierungen fachsimpeln und schwupps war man drin im Land der "Freiheit".... das war einmal !!!
Foto vorne, Foto seitlich, da mal den Zeigefinger reinstecken , den andern auch...mal da der blauen Linie folgen zu den anderen Deppen dort setzen und die Klappe halten... ihr Name wird aufgerufen...
Super, nach zwölf stunden Flug ohne die Nacht vorher geschlafen zu haben hat mir das jetzt hier auch noch gefehlt...man wirft mir vor, 1994 meinen genehmigten Aufenthalt um vierzehn Tage überschritten zu haben... aha, 1994 was war denn da noch mal... ach ja ich war damals mit einem Chevy Kombi mit Wohnwagen hintendran unterwegs und muss wohl die Zeit vergessen haben...habe in dem Jahr in Santa Rosa beim Tatus and Blues mitmachen dürfen... habe ein Getriebe an dem Auto was mich damals durch euer Land brachte kaputtgefahren und reparieren lassen...habe seinerzeit wie immer super Leute kennengelernt und konnte mich prima hier durchschlagen und würde das heute gerne wieder so tun...kann ich jetzt los ?! Ich habe lange geschuftet und gespart mir diesmal ein Auto gemietet und würde jetzt wirklich gern ins Hotel um morgen endlich loslegen zu können...folgen sie dieser netten Dame die hat noch einige Fragen an Sie.... der ganze Wahnsinn währte über sechs Stunden und am Ende genehmigten sie mir nach langer, zäher und geschickter Verhandlung einen Aufenthalt bis 15 Januar 2005...bammm, fünfundsechzig Dollar dafür, einen feschen Spezialstempel in den Pass, damit jeder Schnüffler gleich sieht was für ein Ärgernis ich bin... vier Stunden konnte ich mir anhören das man mich dieses mal nicht ins Land lassen würde, weil ich vor zehn Jahren die Frechheit besessen hätte anstelle von neunzig, einhundertundvier Tage im gelobten Land des grünen Geldscheins gewesen zu sein , so geht ja nunmalnicht ! Daß ich seitdem sieben mal wieder an deren Grenze aufgeschlagen bin ohne dafür belangt zu werden schien zunächst auch niemanden zu beeindrucken... ein Alptraum !!! Nach nutzlosen Anrufen mit dem deutschen Konsulat am nächsten morgen wurde uns klar das dieser Trip geplant für zwei bis drei Monate um die Ruhe zu finden mit den Leuten mit den man sich verabredet hatte auch hätte arbeiten können...die Orte die bekannt sind für besondere Tätowierarbeit aufsuchen und neue Kontakte herstellen war jetzt alles in dreißig Tage gepresst worden... Dumm gelaufen... machen wirs beste draus...

Fortsetzung und Bilder in Kürze...


Eine saubere politische Ansicht der Menschen in San Francisco...18.12.05
...am Hügel hinter Kennys zuhause...

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